Donnerstag, 21. April 2016

text extracts- Alexandra Lewald

Bin ich zu kleinlich?

Also, manchmal denke ich mir, ich muss in der falschen Zeit geboren sein, wenn ich mich so umsehe.
Wieso?
Nun, dann beleuchte ich das mal.
Wenn wir uns als jugendliche trafen, war " Hi, wie geht's?" die übliche Begrüßung. Heute läuft das geringfügig anders.
Da kommt statt dem " Hi, wie geht's?" ein " Altaaaaa, krass! Was geht?" Jetzt frage ich mich ernsthaft: Bin nur ich so versnoppt?
Oder finden das auch noch andere außer mir selten blöd?
Nur muss man ja mit grammatikalischen Hinweisen heute fürchterlich vorsichtig sein, da die verantwortlichen für katastrophale PISA Ergebnisse vielleicht ein wenig empfindlich reagieren könnten.
Sonst müsste man wie folgt vorgehen: "Mein lieber, jugendlicher Freund, jetzt hören Sie mal auf, ihren Namen zu klatschen und mir bitte zu! Es heißt nicht Altaaaaaa, sondern Alter. Mit er am Ende! Und es heißt allenfalls Wer geht und nicht Was geht, da Gegenstände im allgemeinen der Fähigkeit des gehens nicht mächtig sind! Haben Sie das soweit verstanden?"
Na? Hören Sie es schon? Das aus voller Brust ertönende:" Ey Altaaaaa, was willsu?!"
Gut, man könnte jetzt weiter erörtern, was sich allein in diesem
Satz an Fehlern tummelt, aber mal ehrlich: Sinn macht das so oder so nicht, weil der IQ des Gegenübers eher dem einer Abrissbirne gleicht, statt dem eines des denkens fähigen Menschen.

Es gibt auch kein "Bitte!" oder "Danke!" mehr.
Das heißt heute nur noch:" Altaaaaa, gib ma!" und als Pendant "Wurd' auch Zeit ey!"

Nun zu meiner Frage:
Entstamme ich denn einfach noch dem letzten Jahrtausend, in dem Sprache noch etwas wirklich ganz tolles war?!
Wurde die Schule zu unserer Zeit nur zu Testzwecken genutzt und eigentlich sind das heute die ganz schlauen?!

Nun, ich weiß es nicht und ich bin vielleicht auch wirklich kleinlich, jedoch empfinde ich Sprache, auch und gerade die unsere, als etwas wirklich tolles und den Verlust der selben als schmerzlich.
Ach und liebe jugendliche:
Nein, ich habe nichts gegen euch. Warum auch?
Aber wie wäre es, wenn ihr statt eurem IPad einfach mal wieder ein Buch lest?
So wegen der Aussprache und so.
Denn das, und da seid euch ganz sicher, das dankt euch dann auch PISA!
 © Alexandra Lewald

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