Sonntag, 23. Oktober 2016

Meine fünf Minuten - Jack O`Lantern


Die dunkel Jahreszeit hat begonnen und bald ist wieder Halloween, auch Samhain. Viele Mythen und Legenden ranken sich um dieses wunderbare Fest. Kann ein brennendes Stück Kohle in einem Kürbis oder Rübe den Teufel und andere Geister abhalten, Dich zu holen? 
Vor langer Zeit lebte in Irland ein Trunkenbold namens Jack Oldfield.  Hinter seinem rücken nannten ihn die Dorfbewohnern auch Stingy Jack oder Drunk Jack, weil er so unglaublich geizig und ein Saufbold war. Am Abend vor Allerheiligen saß der knauserige und trunksüchtige Jack in der Dorfschenke. Plötzlich stand der Teufel neben ihm und wollte ihn holen. Jack überlegte kurz und bot ihm seine Seele für einen letzten Whiskey an. Der Teufel willigte ein, ihm seinen aller letzten Drink auf Erden zu spendieren, stellte jedoch fest, dass er keine Münzen bei sich hatte. Kurzerhand verwandelte er sich in eine Sixpence-Münze, um den Whiskey und den grimmig dreinschauenden Wirt zu bezahlen. Jack, gewieft wie er war, griff nach der teuflischen Münze und steckte sie rasch in seinen Geldbeutel. Hämisch grinsend blickte er auf den Geldbeutel und strich drüber. Jack trug sein silbernes Kreuz  immer im Geldbeutel anstatt um den Hals. Der Teufel konnte sich nun nicht mehr zurückverwandeln. Erneut handelte Jack mit dem Teufel. Er werde ihn freilassen, wenn er seine Seele noch für zehn Jahre frei sein lässt. Der Teufel versprach es. 
Die Jahre verflogen, die Finsternis siegte über das Licht. Die Dunkle Zeit begann. In der Nacht vor Allerheiligen kam der Teufel zurück, um sein Versprechen einzulösen und Jack zu holen. Auf dem Weg zur Hölle, überlegte Jack wieder kurz und bat den Teufel erneut um einen allerletzten Gefallen. Ein Apfel sollte seine letzte Henkersmahlzeit sein und der Teufel sollte ihn für Jack pflücken. Der Teufel ließ sich nicht lange bitten, wollte er ihm doch den letzten Wunsch erfüllen. Er blickte sich um und kletterte auf einen nahe stehenden Apfelbaum. Blitzschnell zog Jack sein scharfes Messer aus der Jacke und ritzte ein großes Kreuz in die Baumrinde. Gehässig beobachtete Jack, wie der Teufel versuchte vom Baum zu klettern, doch er konnte nicht. Er war im Apfelbaum gefangen. Abermals handelte Jack mit dem Teufel. Er werde das das Kreuz entfernen, wenn der Teufel seine Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe lässt. Der Teufel versprach es.
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Das Rad der Zeit drehte sich und Jack starb. Augenblicklich reiste er zu den Himmelpforten und begehrte fordernd Einlass. Jack vergaß, dass er in seinem irdischen Leben kein Unschuldslamm war. Harsch wurde er abgewiesen und zu den Toren der Hölle geschickt. Schimpfend und wütend ging er. Nun stand er vor den großen unüberwindlichen Toren zur Hölle und verlangte Einlass. Doch auch hier verweigerte man ihm den Zutritt. Der Teufel stand vor ihm und erinnerte Jack an sein Versprechen, dass er ihm einst gab, niemals seine Seele zu holen. Jack müsse zur Erde zurückkehren. Geknickt schaute Jack sich um, es war dunkel, eisig kalt und stürmisch. Der Weg zurück war weit und beschwerlich. Mitleidig sah der Teufel Jack in die Augen und schenkte ihm ein Stück glühende Kohle aus dem Höllenfeuer. Jack nahm die Kohle und steckte sie in eine ausgehöhlte Rübe, die er als Wegzehrung vorher eingesteckt hatte. Seitdem streift Jacks verdammte und unsterbliche Seele mit der Laterne in der Hand immer am Vorabend von Allerheiligen durch die Nacht.
© Lorelay Lost

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