Sonntag, 30. Oktober 2016

Der verliebte Tod


Neidisch blickte der Tod in die neun Welten. Egal wohin er blickte, sah er Liebe und Glück. Angewidert rümpfte er die Nase, doch in seinem tiefsten Inneren wünschte er sich eine Gefährtin, mit der er gemeinsam über sein kaltes Reich herrschen konnte. Er kam nur in die Welt der Lebenden, wenn er  Alte und Kranke an ihren Totenbetten abholte. Er wollte endlich das Leben und die Liebe spüren. Ungeduldig ging er auf und ab. Er wollte nicht mehr länger warten, bis der Wächter der Schwelle ihm die Tore der Welten öffnete. Heimlich ritt er auf einem der wilden Stürme, die den Herbst ankündigten, in die Welt der Lebenden. So kam es, dass er durch die Welt der Menschen reiste und auch hier nach einer passenden Geliebten ausschau hielt.
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Eines Tages ging er an einem kleinen Hof vorbei. Der Tod blickte auf und sah, das der Hof Garheris und Deirdre Kincaide, einem jungen und noch frisch getrauten Paar, gehörte.
Neugierig beobachtete er das geschäftige Treiben und erblickte Deirdre, die singend die Stube fegte. Entzückt starrte er sie an. Sie war das blühende Leben. Ihr langes schwarzes Haar duftete nach Sommer und umrahmte ihre üppige Figur. Fasziniert blickte er in ihre Augen, die wie warmer Frühlingstag leuchteten. Es war um ihn geschehen. Deirdre sollte seine Königin werden. Aber wie? Er zog sich zurück und ging zum Fluss, dort sah er Garheris, der am Fluss traurig ins Wasser blickte. Der Tod ging zu ihm. »Was grämt Euch?« Erschrocken blickte Garheris auf. Ein schwarz gekleideter Edelmann stand freundlich lächelnd vor ihm. »Sagt, ich kann Euch helfen.« Garheris fasste sich ans Herz, »Ich sorge mich, ob ich immer mit meiner Geliebten zusammen sein werde oder ob der Tod uns frühzeitig auseinander reißen wird.« Der Tod grinste und deutete auf zwei Steine. »Nehmt diese zwei Steine. Schreibt Eure Namen drauf und legt sie heute Nacht ins Feuer. Wenn einer der Steine am nächsten Tag fehlt, ist Euch kein weiteres Jahr gewährt.« Garheris nickte, nahm die Steine und lief nach Hause.
Es dämmerte bereits, Kerzen tauchten die kleine Stube in warmes Licht. Deirdre hatte den Tisch üppig gedeckt. Gemeinsam aßen und tranken sie, erzählten und scherzten. Es war ein schöner Abend. Müde und satt legten sie sich spät ins Bett.
Doch Garheris kam nicht zur Ruhe. Unruhig wälzte er sich hin und her. Deirdre schlief bereits fest neben ihm. Liebevoll betrachtete er seine schöne Frau und strich ihr sanft übers Haar. Leise stand er auf und schlich in die noch warme Stube. Mit zittriger Hand holte er die Steine aus seinem Beutel. Unsicher betrachtete er sie. Sollte er es wagen? Dann nahm er ein Stück Kohle und schrieb mit zittriger Hand ihre Namen drauf. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in ihm aus, doch er wollte es nun wissen und legte die Steine ins Kaminfeuer.
Die ersten Sonnenstrahlen berührten bereits die fernen Hügel. Eilig lief Garheris zum Kamin. Ungläubig blickte er in die kalte Asche. Deirdres Stein war weg. Weinend brach er zusammen. »Was ist mein Liebster?« »Nichts Liebste!« Garheris stand auf, nahm seine Frau fest in die Arme und küsste sie.
In den folgenden Nächten saß Garheris im Bett. Er wollte nie mehr schlafen und jeden Moment auskosten, denn er mit seiner Deirdre noch hatte. Doch eines Nachts übermannte ihn die Müdigkeit und er schlief ein.
Erschrocken fuhr er hoch, als der Fensterladen scheppernd aufriss und eiskalte Luft ins Zimmer strömte. Entsetzt blickte er auf die Stelle, wo Deirdre zuvor selig geschlafen hatte. Sie war fort. Außer sich lief er nach draußen, rief und suchte sie überall. Doch Deirdre war verschwunden.
Verzweifelt und weinend überquerte er den Fluß. Er wollte auch hier nach Deirdre suchen. Plötzlich stand der freundliche Edelmann, der ihm die Steine gegeben hatte, vor ihm. »Du kannst hier nicht passieren. Deine Zeit ist noch nicht gekommen.« Garheris verstand zunächst nicht. »Wo ist meine Frau!«, schrie Garheris. »Sie ist bei mir. Sie soll meine Totenkönigin sein!« Wütend sah Garheris den Edelmann an und wollte sich auf ihn stürzen. Doch der Fremde grinste ihn nur hämisch an. Garheris wich zurück und erkannte, dass der Fremde kein Edelmann war, sondern der Tod. Schluchzend und wimmernd brach er zusammen. Der Tod seufzte und kniete sich zu ihm. Mitleid erfüllte ihn, »Höre gut zu Garheris Kincaide. Von nun an darfst Du Deine Frau einmal im Jahr sehen. Ich werde sie Dir in der Dunklen Jahreszeit für eine Nacht bringen. Diese Nacht soll von nun an euch gehören!« Garheris schluckte schwer, wollte aufbegehren. Doch er fügte sich.
Das Jahr verging. Die Dunkelheit eroberte den Tag immer früher, die Nächte wurden länger. Garheris putzte und schrubbte das Haus. Schmückte es und kaufte besonders Gedeck für Deridre. Anschließend kochte er ihre Leibspeisen.
Es war bereits Abend als der Wind durch den Kamin pfeifte und an Türe zerrte. Ein Schatten tanzte an der Wänden. Deirdre war heimgekehrt.....
Der Tod saß auf seinem Thron und sah in die Welt der Menschen.  Er blickte in die Stube von Garheris, der überglücklich mit Deirdre am Tisch saß. Zufrieden lehnte er sich zurück und beschloss von nun alle Toten in dieser einen besonderen Nacht zu ihren Liebsten zu lassen. 
©Lorelay Lost

Sonntag, 23. Oktober 2016

Meine fünf Minuten - Jack O`Lantern


Die dunkel Jahreszeit hat begonnen und bald ist wieder Halloween, auch Samhain. Viele Mythen und Legenden ranken sich um dieses wunderbare Fest. Kann ein brennendes Stück Kohle in einem Kürbis oder Rübe den Teufel und andere Geister abhalten, Dich zu holen? 
Vor langer Zeit lebte in Irland ein Trunkenbold namens Jack Oldfield.  Hinter seinem rücken nannten ihn die Dorfbewohnern auch Stingy Jack oder Drunk Jack, weil er so unglaublich geizig und ein Saufbold war. Am Abend vor Allerheiligen saß der knauserige und trunksüchtige Jack in der Dorfschenke. Plötzlich stand der Teufel neben ihm und wollte ihn holen. Jack überlegte kurz und bot ihm seine Seele für einen letzten Whiskey an. Der Teufel willigte ein, ihm seinen aller letzten Drink auf Erden zu spendieren, stellte jedoch fest, dass er keine Münzen bei sich hatte. Kurzerhand verwandelte er sich in eine Sixpence-Münze, um den Whiskey und den grimmig dreinschauenden Wirt zu bezahlen. Jack, gewieft wie er war, griff nach der teuflischen Münze und steckte sie rasch in seinen Geldbeutel. Hämisch grinsend blickte er auf den Geldbeutel und strich drüber. Jack trug sein silbernes Kreuz  immer im Geldbeutel anstatt um den Hals. Der Teufel konnte sich nun nicht mehr zurückverwandeln. Erneut handelte Jack mit dem Teufel. Er werde ihn freilassen, wenn er seine Seele noch für zehn Jahre frei sein lässt. Der Teufel versprach es. 
Die Jahre verflogen, die Finsternis siegte über das Licht. Die Dunkle Zeit begann. In der Nacht vor Allerheiligen kam der Teufel zurück, um sein Versprechen einzulösen und Jack zu holen. Auf dem Weg zur Hölle, überlegte Jack wieder kurz und bat den Teufel erneut um einen allerletzten Gefallen. Ein Apfel sollte seine letzte Henkersmahlzeit sein und der Teufel sollte ihn für Jack pflücken. Der Teufel ließ sich nicht lange bitten, wollte er ihm doch den letzten Wunsch erfüllen. Er blickte sich um und kletterte auf einen nahe stehenden Apfelbaum. Blitzschnell zog Jack sein scharfes Messer aus der Jacke und ritzte ein großes Kreuz in die Baumrinde. Gehässig beobachtete Jack, wie der Teufel versuchte vom Baum zu klettern, doch er konnte nicht. Er war im Apfelbaum gefangen. Abermals handelte Jack mit dem Teufel. Er werde das das Kreuz entfernen, wenn der Teufel seine Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe lässt. Der Teufel versprach es.
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Das Rad der Zeit drehte sich und Jack starb. Augenblicklich reiste er zu den Himmelpforten und begehrte fordernd Einlass. Jack vergaß, dass er in seinem irdischen Leben kein Unschuldslamm war. Harsch wurde er abgewiesen und zu den Toren der Hölle geschickt. Schimpfend und wütend ging er. Nun stand er vor den großen unüberwindlichen Toren zur Hölle und verlangte Einlass. Doch auch hier verweigerte man ihm den Zutritt. Der Teufel stand vor ihm und erinnerte Jack an sein Versprechen, dass er ihm einst gab, niemals seine Seele zu holen. Jack müsse zur Erde zurückkehren. Geknickt schaute Jack sich um, es war dunkel, eisig kalt und stürmisch. Der Weg zurück war weit und beschwerlich. Mitleidig sah der Teufel Jack in die Augen und schenkte ihm ein Stück glühende Kohle aus dem Höllenfeuer. Jack nahm die Kohle und steckte sie in eine ausgehöhlte Rübe, die er als Wegzehrung vorher eingesteckt hatte. Seitdem streift Jacks verdammte und unsterbliche Seele mit der Laterne in der Hand immer am Vorabend von Allerheiligen durch die Nacht.
© Lorelay Lost

Samstag, 15. Oktober 2016

Der Grund meiner kleinen Berlinreise

Am 10.10 lud mein geschätzter Kollege Patrick Osborn  uns zu seinem 15 jährigen Autorenjubiliäum mit Musik und Lesung ein. Viele Gäste und Autoren kamen in die Martin-Luther Kirchengemeinde nach Berlin Neuköln, um mit Patrick zu feiern.
Patrick las aus seinen wundervollen Werken, aber nicht nur er las, sondern auch einige seiner Gäste, u.a. Caro Berg , Janina Huber , Ellen Geus und ich. 
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Zwei Wochen bereitete ich mich auf den Abend vor und las immer wieder den Textauszug aus "Geisterstunde"durch. Meine liebe Freundin und Kollegin Andrea R Walla sprach mir immer wieder gut zu. (Danke dafür meine zickige Schwester ;-) )Dann war es soweit. Ich durfte das erste Mal öffentlich lesen. Es war aufregend und unglaublich neu für mich vor so einem tollen Publikum einen Text vorzutragen und am Ende des Abends gaben wir alle Autogramme. Es war eine unglaublich interessante Erfahrung für mich.
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Fazit des Abends
Ich habe viele unglaubliche und kreative Menschen kennen lernen dürfen.
Danke lieber Patrick für diesen wundervollen Abend :-) 
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Hier noch ein paar links für Euch:
Neu von Patrick Osborn und vielen wunderbaren Autoren,u.a. auch mich
Geisterstunde 

Montag, 3. Oktober 2016

Textschnipsel

Heute gibt es mal wieder einen kleinen Textschnipsel aus meinem aktuellen Projekt..............
GLG Eure Lorelay

Sonntag, 2. Oktober 2016

Kleine Gastgeschichte von Lukas (9)

Tag meine Lieben! Heute gibt es mal eine kleine Gastgeschichte von Lukas. Er hat eine Abenteuergeschichte zu seinem Superheld Spiderman verfasst. Viel Spaß beim Lesen :-) 
Spiderman rettet die Welt
Spiderman schwingt mit seinen Netzen herum. Auf einmal sieht er Stokman.
Stokman kam grad aus der Bank, da greift Spiderman ihn sofort an. Spiderman verpasst Stokman einen Schlag und Tritt. Dann wurde Stokman ins Gefängnis gebracht. Spiderman sagt, „Geh dahin, wo Du hingehörst!“  Dann schwingt er sich nach Hause zu Tante May. Spiderman verwandelt sich in Peter Parker und sagt, „Endlich zu Hause.“ Und geht schlafen.
Morgens macht er sich für die Schule fertig.
Sieben Stunden später verwandelt sich Peter Parker in Spiderman. Und schwingt sich durch die Lüfte. Auf einmal sieht er Black Panther und greift ihn mit einem Doppelkick an. Dann war Black Panther besiegt. Da sagt Spiderman, „Ich habe Dich besiegt, hahahha. Tschüss Black Panther, hahahaha. Ach halt den Rand Jay Jonas Jameson. Muss schnell nach Hause und für die Schule fertigmachen. Ach ja es ist ja Wochenende, hä. Ich kann bis zwölf aufblieben. In einer Stunde geh ich schlafen.“
Drei Stunden später, „Guten Morgen Tante May!“. Tante May antwortet, „Guten Morgen Peter.“
Peter verwandelt sich in Spiderman und sieht Lex Luther und springt auf ich zu und dann hat er ihn angegriffen. Lex Luther hat ihn gesehen und sie bekämpfen sich. Spiderman springt hinter ihn und tritt ihn in den Hintern. Spiderman hat Lex Luther. Spiderman ist froh, dass er Lex Luther besiegt hat. „Puh war das anstrengend. Jetzt geh ich zu Shield, um zu trinken.“
Spiderman wolle nach Hause. Da holt er ein großes Glas und fängt Sandmann ein. Endlich zu Hause. Er freut sich, was er alles in der Woche getan hat. „Es hat auch Spaß gemacht, weil ich alle Diebe gefangen habe. Oh nein, jetzt ist wieder Schule. Jetzt werde ich wieder geärgert. Doof! Hm, ich werde es dem Direktor sagen. Aber es wird nicht klappen. Ah ich werde ´Nein hör auf` sagen. Ich hoffe es klappt?! Vielleicht klappt es vielleicht auch nicht.“ Klingkling. „Wir müssen rein.Okay, hört ihr mal auf, man das nervt. Boar ihr Nervensegen. Schnell nach Hause“
„Tante May! Tante May, ich hab es den bösen Jungs gezeigt.“ Tante May antwortet, „Hast Du Fieber oder bist Du krank?“ „Nein ich bin nicht krank. Waaasssss. Ja Tante May. Okay, das habe ich nicht erwartet, aber…Okay! Okay! Okay!“ Eine halbe Stunde später verwandelt sich Peter Parker in Spideman und schwingt durch die Lüfte. Er ging in eine Gasse und verwandelte sich zurück und geht zu AJ. „Hallo AJ.“ „Hallo Peter.“ „Wie geht es dir AJ?“ „Mir geht es gut und Dir?“ „Mir geht es gut. AJ, Ich muss nach Hause zum Essen. Tschüss AJ“ „Tschüss Peter.“ Peter Parker verwandelt sich in Spiderman. Und schwingt durch die Lüfte, da hinten ist Elektro und Spiderman greift ihn an. „Schieße auf Elektro und sauge ihm seinen Strom ab. Spiderman schnappt ihn, „Jetzt kannst du kein Strom mehr klauen,hahahahahahaha.“
Fortsetzung folg
Bis zum nächsten Mal oder auch nicht
Lukas 9
Ende
Ob Spiderman das nächste Mal auch den jeden Kampf gewinnt??????????????